Ferndorf

Historie:

Ferndorf ist einer der am frühesten urkundlich belegten Orte des Siegerlandes. 1067 beschenkte Erzbischof Anno der II die Stiftskirche zum hl. Georg in Köln u.a. mit einem Gut in Ferndorf (Berentraph). Das Recht zur Besetzung der Pfarrstelle gehörte den Kolben von Wilnsdorf, die es 1339 an die Grafen von Nassau verkauften. 1345 verkaufte Graf Otto II. von Nassau die Kirchspiele Ferndorf und Krombach vorübergehend an den Erzbischof. Das Herbstschatzungsregister von 1461 zählt für Ferndorf und Hof Irlen bereits 17 Pflichtige. 1467 erscheint als Zeuge in einer Urkunde erstmals der Schultheiß zu Ferndorf und Krombach Hannes zon Eichen. Beide Kirchspiele bilden seither einen einheitlichen Verwaltungs- und Gerichtsbezirk. Das Siegel der Schöffen ist bereits aus dem Jahre 1470 überliefert. Das darin abgebildete Jagdhorn findet sich noch heute im Wappen der Stadt Kreuztal wieder.

Die mittelalterlichen Teile der ev. Kirche in Ferndorf sind schon im 13. Jahrhundert und evtl. früher entstanden. Seit dem 16. / 17. Jh. verarbeiteten Eisen- und Stahlhämmer das aus den Bergen rund um Kindelsberg und Martinshardt gewonnene Erz.

Seit 1566 ist der Hammer vor dem Berge zu Ferndorf belegt. Um 1690 kommen bereits 37 Häuser oder Höfe, der Stahlhammer "bey der Ahe" und eine herrschaftliche Mahlmühle hinzu.

Die Herrschaft des Hauses Nassau endete endgültig 1742, das Fürstentum Nassau-Siegen fiel zurück an das Haus Nassau-Oranien. Im Jahre 1806 wurde Nassau-Siegen dem Großherzogtum Berg zugeteilt. Die Mairie Ferndorf umfasste damit das alte Amt und Gericht in den Grenzen von 1623. 1818 hatte Ferndorf 508 Einwohner.

Der Ort erlebte im 19. Jahrhundert einen erstaunlichen industriellen Aufschwung, forciert durch den Bau der Wittgensteiner Straße (1830 - 34) und die Eröffnung der Bahnlinie nach Hilchenbach/Erndtebrück (1884/88). Heute ist Ferndorf eine Industriegemeinde mit einem bedeutenden Standort der Blechveredelung und zahlreichen weiteren Betrieben im Industriegebiet Ferndorftal.
(Quellen: Stadtarchiv Kreuztal; Werner Wied, Kreuztal - Junge Stadt am Kindelsberg, 1969)

Wappen:

Foto: Wappen Ferndorf

Das Wappen Ferndorfs zeigt auf goldenem Grund ein blaues Hifthorn; in ihm verbinden sich die oranischen Farben mit dem Symbol des alten Schöffengerichtssiegels.

Geographie:

Fläche: 7,0 qkm
Länge der Stadtteilgrenze: 14,1 km
Nord-Süd-Durchmesser: 4,7 km
Ost-West-Durchmesser: 2,5 km

Verkehrslage:

Ferndorf ist Bahnhaltepunkt an der Strecke Marburg-Siegen. Hauptverkehrsader ist die B508 (Marburger Straße), die den Reisenden ins Zentrum des Rothaargebirges führt.

In Ferndorf

stellt die ev. Kirche Ferndorf (ehem. St. Laurentius), eine spätromanische dreischiffige westfälische Hallenkirche, erbaut in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, eine besondere Sehenswürdigkeit dar.

Im Heimatmuseum Ferndorf, Ferndorfer Str. 62, sind Funde aus der Vor- und Frühgeschichte, Wohnkultur und Erzeugnisse heimischer Handwerker aus dem 17. und 18. Jahrhundert ausgestellt.

Für Wasserfreunde ist während der Sommermonate das Naturfreibad Zitzenbach geöffnet.

Mehr Infos

www.ferndorf.de