Umweltlexikon: O

Alphabetische Suche

Ökologie:

Ist die Lehre von den Wechselbeziehungen zwischen belebter und unbelebter Umwelt, also zwischen der Gesamtheit der Mikroorganismen, Pflanzen, Tiere und Menschen und den belebten Bestandteilen wie Klima, Boden, Wasser und Luft. Die einzelnen Elemente der Ö. heißen Ökofaktoren. Belebte und unbelebte Gemeinschaften bilden zusammen das sogenannte Ökosystem.

Ökologischer Landbau:

So nennt man alternative Formen der Landwirtschaft, die Nahrungsmittel möglichst umweltschonend und energiesparend herstellen und den Naturhaushalt so wenig wie möglich belasten wollen. Schädlinge werden von Hand oder mit natürlichen Mitteln bekämpft.
Zum Düngen verwendet man Stallmist und andere Naturprodukte. Je nach Anbaumethode unterscheidet man zwischen biologisch-dynamischem, organisch-biologischem oder naturgemäßem Landbau. Die Ernteerträge sind bis zu 20 % niedriger als bei der konventionellen Landwirtschaft, aber dafür gelten die beim biologischen Anbau gewonnenen Erzeugnisse als natürlicher und gesünder.

Ökologischer Landbau Arbeitsgemeinschaften (AGÖL):

Im Nachfolgenden werden die Mitgliedsorganisationen der AGÖL, die in der Region Siegen-Wittgenstein durch Betriebe vertreten sind vorgestellt:

  • ANOG (Arbeitsgemeinschaft für naturnahen Obst-, Gemüse- und Feldfrucht-Anbau e. V.)
  • Bioland (Verband für organisch-biologischen Landbau e. V.)
    Mit mehr als 300 Bauernhöfen und Gärtnereien ist Bioland in NRW der größte Ökolandbau-Verband. Von der Milch bis zum Käse, vom Getreide bis zum Brot - die strengen Bioland-Richtlinien bestimmen Erzeugung und Verarbeitung aller landwirtschaftlichen Produkte: Bioland-Bauern verwenden keine synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel, in der Tierhaltung werden keine Wachstumsförderer und keine Tiermehle eingesetzt, Bioland-Bäcker und -Metzger verzichten auf synthetische Zusatzstoffe wir Farbstoffe und Geschmacksverstärker. Gentechnologische Verfahren sind für Bioland-Erzeuger tabu.
  • DEMETER: Die Mitglieder des DEMETER-Verbandes arbeiten nach der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise, die 1924 von Rudolf Steiner entwickelt wurde. Die Besonderheit dieser Methode besteht im Einsatz von speziellen Heilpflanzenpräparaten, die von Landwirten und Gärtnern zur Anregung des Bodenlebens und des Wachstums sowie zur Pflege von Kompost und Mist eingesetzt werden.
  • Naturland (Verein für naturgemäßen Landbau e. V.)
    In Naturland NRW sind ca. 100 Betriebe mit mehr als 4.300 ha organisiert. Die Betriebsformen reichen von kleinen Nebenerwerbsbetrieben bis hin zum 220 ha-Betrieb, vom Grünlandbetrieb mit Rinderhaltung hin zum spezialisierten Gemüsebetrieb. Gezielte Bodenpflege, Aufbau einer fruchtbaren Humusschicht, artgerechte Tierhaltung mit Verfütterung betriebseigener Futtermittel und insbesondere die Förderung der Vermarktung der naturgemäß erzeugten Produkte sind die wichtigsten Zielsetzungen des Verbandes.

Übersicht über die Betriebe, die in der Region Siegen-Wittgenstein einem der oben genannten Verbände angehören oder die konventionell und möglichst schadstoffarm anbauen und ihre Betriebe bewirtschaften:

Name, Adresse Produkte
Dirk Klinkert
Hubacher Weg 18
57072 Siegen
Tel. 02 71 / 31 68 88
Getreide, Kartoffeln, Gemüse, Eier, Milch, Käse, Brot, Fleisch, Wurst, Säfte, Lamm- und Rindfleisch auf Vorbestellung
Gabriele Lauber
Kräuterey Lützel
Im Stillen Winkel 5
57271 Hilchenbach
Tel. 0 27 33 / 38 46
Wein, Würz- und Duftkräuter, Essig, Öl, Gemüsejungpflanzen
Hofladen Birkenhof
Eckhard Jungclausen
57234 Wilnsdorf-Wilgersdorf
Tel. 0 27 39 / 4 76 98
Milch, Milchprodukte, Getreide, Brot, Fleisch, Eier, Gemüse, Kartoffeln, Trockenprodukte
Lorsbach-Müller
Berghof
57223 Kreuztal-Stendenbach
0 27 32 / 89 10 22
Hofladen mit bäuerlichen Produkten
Helmut Müller
Hof Winterbach
57271 Hilchenbach
0 27 33 / 63 11
Kartoffeln, Eier, Gemüse, Forellen

Ökologisches Gleichgewicht

Die in einem räumlich abgegrenzten Gebiet vorkommenden Lebensgemeinschaften aus Pflanzen und Tieren sind normalerweise in der Lage, bestimmte Veränderungen selbständig auszugleichen. So wird das vermehrte Auftreten eines Schädlings "natürlich" zur Folge haben, dass sich auch die Feinde dieses Schädlings verstärkt vermehren (z. B. Blattlaus, Marienkäfer), bis das natürliche Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Der Mensch greift jedoch ständig in ehemals intakte Ökosysteme (Einheit von Lebensraum und Lebensgemeinschaft) ein, die Folgen sind u. a. Artenrückgang, Klimaverschiebung oder das Absterben von Gewässern, die ihre Selbstreinigungskraft verloren haben. Heute bemüht man sich, wenigstens kleine ökologische Zellen (Biotop) zu erhalten, in denen sich die Natur noch selbst überlassen bleibt. Die über das ganze Land verteilten Biotope sollten aus diesem Grund zu einem Biotopverband zusammengefasst werden.

Ökosystem:

Damit ist eine räumliche Einheit gemeint, in der es ein Beziehungsgefüge unterschiedlicher Organismen und Abläufe gibt. Die Alpen gelten z. B. als ein Groß-Ökosystem.

Öl:

Ist ein in der Technik und der chemischen Industrie vielfach verwendeter Stoff, der mineralischen, pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sein kann.
Umweltprobleme entstehen besonders bei der Gewinnung, dem Transport, der Lagerung, der Verarbeitung und der Verbrennung von Öl, aber auch bei der Beseitigung (Ölwechsel beim Auto).
Schon 1 Liter Öl kann 1 Millionen Liter Wasser für den menschlichen Gebrauch ungenießbar machen.

Ozon:

Ozon (O3) ist ein unsichtbares Gas und ein natürlicher Bestandteil der Erdatmosphäre. Es stellt mit einem Anteil von 70-80 % die Hauptkomponente des als "Sommersmog" bezeichneten Photooxidatiengemisches dar. Während Ozon in der Stratosphäre durch energiereiche UV-Strahlung direkt aus Sauerstoff (O2) entsteht, erfolgt seine Bildung in der unteren Troposphäre unter dem Einfluss elektromagnetischer Strahlung bei Anwesenheit von Stickstoffoxiden (NOX) und flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen. Sommersmog kann je nach Konzentration, Einwirkungsdauer und körperlicher Anstrengung zu verschiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, die sich auf zwei Bereiche verteilen:

  • Reizwirkungen auf Augen und Nasen-Rachenraum (bedingt durch die gut wasserlöslichen Begleitstoffe des Ozons), wie Augenbrennen, Reizungen von Rachen und Hals, Hustenreiz.
  • Wirkungen auf die peripheren Bereiche der Lunge (bedingt durch das schwer wasserlösliche Ozon), wie Beeinträchtigungen der Lungenfunktion und der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Die Empfindlichkeit gegenüber Ozon ist nach den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Ca. 10% der Bevölkerung weisen gegenüber Ozon eine erhöhte Empfindlichkeit auf, betroffen sind alle Altersgruppen, Gesunde wie auch Kranke.
Ozon wird vom Landesumweltamt NRW an 33 Stationen in NRW rund um die Uhr gemessen. Folgende Informationsmöglichkeiten stehen von April bis September zur Verfügung:

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre "Ozon", die in der Umweltberatungsstelle zu erhalten ist.

Ozonloch:

Während das Ozon im unteren atmosphärischen Bereich häufig belastend wirkt (Sommersmog), übernimmt es als Filter in der Stratosphäre, in einer Höhe zwischen 10 und 50 km über dem Erdboden, eine elementare Schutzfunktion. Die Ozonschicht mindert das Durchdringen der im Sonnenlicht enthaltenen UV-Strahlung, die für Pflanzen, Tiere und Menschen schädlich wirkt (Hautkrebs). Das Ozon ist eine Folge des Ozonabbaus in der Stratosphäre, ausgelöst durch FCKW bzw. seine Spaltprodukte (speziell Chlor). Zunächst wurde das Ozonloch nur über dem Südpol festgestellt und in seinem Größenwachstum verfolgt. Inzwischen hat aber auch die Ausdünnung der Ozonschicht über dem Nordpol bedenkliche Ausmaße angenommen.