Umweltlexikon: H

Alphabetische Suche

Hecken

Sind eine wichtiger Bestandteil der Natur: Sie bieten vielen Tieren Schutz und Nahrung und sind lebenswichtig als Brut- und Nistplätze für die Vögel. Die untere Landschaftsbehörde weist zum Schutze der Nist- Wohn- und Zufluchtsstätten der hiesigen Tierwelt darauf hin, dass nach dem Landschaftsgesetz NW (§64): In der Zeit vom 01. März bis zum 30. September eines jeden Jahres Hecken, Wallhecken, Gebüsche sowie Röhricht und Schilfbestände nicht gerodet, abgeschnitten oder zerstört werden dürfen.

Die üblichen Pflegeschnitte an "Formhecken", die eine Zurücknahme des jährlichen Zuwachses beinhalten, sind von der Regelung ausgenommen. Dies ist zum Schutz der Tiere notwendig, die im zeitigen Frühjahr Gelegenheiten zum Brüten, Nisten und Wohnen suchen. Vegetationsbestände sind nicht nur zum Schutz der Tiere zu erhalten, sondern auch als Nahrungsquelle und als Zufluchtsstätte bei Gefahr.

Herbizide

Sammelbezeichnung für die meistverwandten chemischen Pflanzenbehandlungsmittel, die der Bekämpfung unerwünschter Pflanzen (Unkraut) besonders in der Landwirtschaft dienen. Zusammen mit anderen tiefgreifenden Einflussnahmen des Menschen auf Natur und Landschaft, haben Herbizide dazu beigetragen, dass die Artenvielfalt der Pflanzen großen Schaden genommen hat und damit die Nahrungsgrundlage von Wildtieren beeinträchtigt wurde. Durch übertriebene Vorstellung von "Rasenpflege" wurden mit Herbiziden auch im privaten Bereich viele Kleinstlebensräume zerstört.
Dient eine Freilandfläche nicht unmittelbar der landwirtschaftlichen, gärtnerischen oder forstwirtschaftlichen Nutzung, ist auf dieser Fläche der Einsatz jeglicher Pflanzenschutzmittel verboten. Näheres hierzu finden Sie in der Umweltberatungsstelle der Stadt Kreuztal.

Herkulesstaude

Name: Herkuleskraut, -staude, Kaukasischer Riesenbärenklau, botanisch Heracleum mantegazzianum, 2 bis 3-jährig.
Familie: Doldengewächse, Umelliferae.
Standortfaktoren: Überwiegend staunässegeprägte oder feuchte Bereiche der Flusstäler und Auen. Im Zuge der vom Menschen beeinflussten Ausbreitung auch an Straßen- und Wegerändern, auf Höfen und Plätzen sowie Brachen.
Wachstum: Im ersten Jahr bildet die zwei- bis dreijährige Pflanze, die 2,5 bis 3 m hoch wird, nur eine Blattrosette, im zweiten oder dritten Jahr den Blütenstand aus.
Blütezeit: Juni bis September.
Blüte: Große Dolden mit einem Durchmesser bis 50 cm mit weißen Einzelblüten, dazu mehrere Nebendolden.
Stengel: Im Kern hohler, bis zu einem Durchmesser von bis zu 10 cm starker rotfleckiger geriefter Stiel, besetzt mit Drüsenhaaren; die Laubblätter sind dreizählig.

Wie geht man mit der Herkulesstaude um?

Wegen der starken Ausbreitung ist die Akzeptanz in der Bevölkerung stark gesunken. Erschwerend kommt hinzu, dass eine erhebliche Gefahr für die menschliche Gesundheit besteht durch den direkten Hautkontakt mit allen Pflanzenteilen, aber auch durch das Verschlucken solcher. Der Trieb, das Blatt, die Wurzel, ja selbst die Samen enthalten größere Mengen an für den Menschen giftigen Furocumarine.
Dieser Giftstoff wirkt bei gleichzeitiger Sonnenbestrahlung entzündlich auf die Haut. Die Gefahr besteht insbesondere für Kinder, die mit der Pflanze spielen, sie abschlagen oder abbrechen und auf diese Weise Hautkontakt mit dem Pflanzensaft bekommen.
Als typisches Symptom nach dem Hautkontakt mit Bärenklau zeigt sich eine zuerst brennende und juckende Rötung, die sogenannte Kontakt- und Wiesengräserdermatitis. Nach etwa 20-48 Stunden bilden sich stark abgegrenzte Rötungen an den betroffenen Hautpartien, es kommt zu einer Blasen-, unter Umständen zu einer Ödembildung, vergleichbar mit einer Verbrennung zweiten bis dritten Grades.
Berührungen mit der Pflanze sind unbedingt zu vermeiden!
Bei Berührungen und Hautreizungen ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Eine Selbstbehandlung hat auf jeden Fall zu unterbleiben, da diese fatale Auswirkungen auf den weiteren Krankheitsverlauf haben kann.

Maßnahmen zur Bekämpfung:

  • Abstechen der obersten Wurzelstockschicht im Herbst (spätestens Oktober) oder Frühjahr (möglichst April): Diese Maßnahme ist besonders effektiv, weil zu dieser Zeit die Pflanze die Nährstoffe, die sie für ihr ausgeprägtes Wachstum benötigt, ausschließlich aus der Wurzel bezieht.
    Durch das Abstechen großer Teile der Wurzel bleiben der Pflanze keinerlei Regenerationsmöglichkeiten, wodurch die Maßnahme zwangsläufig zum Absterben führt.
  • Mahd der Pflanze zu Beginn der Blüte, um eine Bildung und Reifung der Samen zu verhindern. Durch die Ausbildung der Blüte bzw. später der Samen wird das Speichervolumen der Wurzel fast völlig aufgebraucht. Eine Mahd der Pflanze zu diesem Zeitpunkt führt daher rasch zu deren Absterben. Allerdings treibt die Pflanze dann aus dem Wurzelstock, wo sich mehrere Blütenanlagen in Reserve befinden, zusätzlich Blüten nach, wodurch das mehrfache Wiederholen de Maßnahmen nötig wird. Die abgemähten Dolden müssen unbedingt entsorgt werden, da die Samen nachreifen.

Beim Arbeiten immer Schutzkleidung tragen!

Hofladen

siehe Direktvermarktung