Station 19: Grube "Kuhlenberg"

Foto: Eingang Grube Kuhlenberg

Eingang zur Grube Kuhlenberg

Der Kuhlenberg baute bereits vor 1750 mit einer Vielzahl von Pingen und Schürflöchern („Kuhlen“) sowie drei Stollen den Nordteil des Kuhlenberg-Abrahamer Ganges ab. Die beiden oberen Kuhlenberger Stollen setzen am oberen Ende der großen Sonnenberger Haldenfläche („Rötsche“) an. Die Lage des älteren war bereits 1829 nicht mehr genau bekannt. Sie erschlossen ein bis zu 5/8tel Lachter (0,5 bis 1,25 m) mächtiges Spateisen-, Zinkblende-, Bleiglanz- und Fahlerzvorkommen von etwa 100 m Länge. Dieses stellte sich zunächst als relativ minderwertig heraus, weil man mit der damaligen Aufbereitungstechnik das innig verwachsene Blei und Zink mit wirtschaftlichen Mitteln nicht trennen konnte. Die Fahlerze waren wegen der Kupferkies-Verunreinigungen ebenfalls von geringen Wert. Die mittelmäßige Erzqualität wurde jedoch durch die Größe des Erzlagers und seine leichte Gewinnbarkeit wettgemacht. Da sich das Vorkommen nach unten vergrößerte und die Reinheit des Bleiglanzes zunahm, trieb man vor 1789 zunächst den Mittleren Stollen und um 1835/40 statt eines Tiefen Kuhlenberger Stollens vom Tiefen Sonnenberger Stollen ein Flügelort nach Süden vor, welches ca. 16-17 m unter dem Kuhlenberger Stollen ein reiches und besser verwertbares Erzlager (ca. 1275 Tonnen) antraf.

Am heute verfallenen Mundloch des Mittleren Stollens (Wegkreuzung) stand 1885 noch das Zechenhaus, in dem vermutlich das Erz geschieden (sortiert) wurde. Die ursprünglich viel umfangreichere Halde enthielt große Mengen des minderwertigen Blei- und Zinkerzes und wurde für den Pochwerksbetrieb, der sich seinerzeit „auf dem Hamburger“ befand, zwischengelagert. Mehrere Gesenke verbanden auch diese Grube mit dem Wildemänner Erbstollen.