Station 15: Grube "Glücksanfang"

Foto: Eingang Grube Glücksanfang

Eingang der Grube Glücksanfang

Im oberen Stollen der Grube „Glücksanfang“ wurden ab 1722 neben Eisen vor allem Blei-, Silber-, Kupfer- und Zinkerze in zwei 1 m mächtigen und 80 m langen Gängen abgebaut.

Der Tiefe Glücksanfanger Stollen wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts angeschlagen. 1752 war er bereits 280 m lang und sollte den Erzgang bald treffen. Hier war die Gangmächtigkeit zwar größer, das Erzmittel aber kürzer als im oberen Stollen. Der Tiefe Stollen war so lange gemeinsamer Wasserlösungsstollen mit der Grube Jungermann, bis der Wildemänner Erbstollen dieses Gebiet erreichte. Die beiden Stollen sind mittels einer „Fahrung“ (Schacht) verbunden, in der hölzerne Leitern („Fahrten“) den Abstieg ermöglichten. Gesenke verbanden den Glücksanfang ab etwa 1830 mit dem Wildemänner Erbstollen. Bereits vor der Mitte des 19. Jahrhunderts „consolidierte“ die Grube Glücksanfang mit dem Jungenmann, dessen Namen sie auch annahm.

Auffällig ist die Heidelandschaft der Glücksanfanger „Rötsche“ (Schotterfläche) vor dem oberen Stollen, auf der sich die große Abraumhalde befand. Nicht nur taubes, also erzfreies Gestein, wurde hier abgelagert sondern auch große Mengen Mischmaterial, dessen Trennung sich nicht lohnte oder nicht möglich war. Durch die Kupfer-, Blei-, Zink- und anderen metallischen Eluate (Auslaugungen), die vom Regen in den Untergrund ausgewaschen wurden, aber auch wegen des fehlenden Mutterbodens, bietet sie bis heute nur anspruchslosen Pflanzen wie Heidekraut und verschiedenen Moosen Lebensmöglichkeiten. Als man noch kein Unkrautvertilungsmittel kannte, wurde das Haldenmaterial deshalb gern in den Gartenwegen ausgebreitet. Nicht nur die Glücksanfanger, sondern fast alle Bergwerkshalden der Umgebung wurden 1916-18 abgetragen, um die restlichen Metallerze in der Aufbereitungsanlage (Flotation) der Grube Viktoria bei Littfeld zu gewinnen.