Station 12: Grube Gottessegen und Ernsdorfer Zeche

Foto: Waldesruhhütten im Herbst

Waldesruhhütten im Herbst

Bei den Waldesruh-Hütten auf der Ferndorfer Seite des Kindelsberges befindet sich das zur Silberart gehörende und von BECHER 1789 erstmals genannte kleine Bergwerk Gottessegen, das die Silberarter Gänge von Süden erschließen sollte und nach relativ kurzer Betriebszeit geschlossen wurde. Vermutlich ging hier bereits vor 1650 Bergbau um. Die Alten hatten in kleinen Pingen und mehreren bis zu 25 m tiefen Schächten versucht, den schwach ausgeprägten Ausbiss der Fahlerz-Lagerstätte in die Tiefe zu verfolgen. Qualität und Umfang schienen erfolgversprechend zu sein, und so wurde ein Stollen angesetzt. Wie noch fast 200 Jahre später beim Stollen Theodora wurde auch hier das Gestein nicht mit Pulver, sondern mit angefeuchteten Holzkeilen gesprengt. Nach 73 m teilte sich der Tagesstollen in drei 22, 55 und 40 m lange Strecken. Ein 20 m tiefer Schacht („Bensbergs Gesenk“) führt zu zwei weiteren, im klaren Wasser gut erkennbaren Strecken unbekannter Länge. Abbauwürdige Erze wurden wider Erwarten nicht gefunden.

Treppe zur Hütte Waldesruh

Treppe zur Hütte Waldesruh

Foto: Stolleneingang Gottessegen

Stolleneingang Gottessegen

Am kleinen Löschweiher nördlich der Waldesruh liegt das Mundloch der Ernsdorfer Zeche, ebenfalls eine Nebengrube der Silberart. Der Stollen trifft nach etwa 120 m auf die höchsten Abbaue der Grube. Er ersetzte zwei etwa 30 m tiefe, unter dem heutigen Parkplatz Kindelsberg und etwas südlich davon gelegene Tagesschächte und erleichterte die Förderung.

Ein weiterer, 35 m tiefer Schacht führte hinab zum Silberarter Oberstollen und von dort ein viertes, 45 m tiefes Gesenk auf den Silberarter Stollen. Etwas abgesetzt folgen weitere Schächte und Fahrungen bis zum Tiefen Kindelsberger Stollen. Abgebaut wurde Eisenerz, gefördert jedoch in Richtung Littfeld. Heute ist der Stollen bis über die Firste angestaut und dient der Wasserversorgung des Kindelsberg-Restaurants.