Station 4: Steinbruch "Grube Brüche"

Die „Grube Brüche“ gehört ebenso wie die „Grube Theodora“ zu den wichtigsten denkmalgeschützten montanhistorischen Bauten in Kreuztal. Sie lassen die Wanderer noch heute den Hauch der längst verblassten aber gleichwohl geschichtsträchtigen Siegerländer Bergbauvergangenheit spüren.

Erstmals wird 1722 durch den Berg- und Hütteninspektor Fresenius von der „Brüche“ berichtet. Der mittlere Stollen („Oberste Brüche“) traf nach 272 m Länge in 104 m Teufe auf den Erzgang. Der fast senkrecht einfallende 2 bis 4 m mächtige und nahezu reine Eisenerzgang war einer der regelmäßigsten im Müsener Revier. Zwischen der Sohle des Mittleren Stollens und der Pinge stand etwa 45 m hoch Erz an, das man im Etagenbau mit Bergeversatz hereingewann und durch zwei Schächte zu Tage förderte. Auch unter dem Niveau des Mittleren Stollens erwies sich das Brücher Erzlager noch als außerordentlich vielversprechend.

Foto: Stolleneingang zur Grube Brüche

Stolleneingang zur Grube Brüche

1777 nahmen die Bergleute deshalb den „Tiefen Stollen“ in Angriff, der nach 47 Jahren und 502 m Länge das Erz erreichte und nochmals 44 m Teufe einbrachte. 1802 erhielt der „Tiefe Stollen“ eine solide und bis heute standfeste Ausmauerung. Als der gesamte Betrieb durch den „Tiefen Stollen“ abgewickelt wurde, verlor der Mittlere Stollen (Mitte des 19. Jahrhunderts) endgültig an Bedeutung. 1867/68 wurde vom „Tiefen Stollen“ aus ein 294 m tiefer Blindschacht abgeteuft, wozu eine Fördermaschine und 1869 eine Wasserhaltungsmaschine in Betrieb genommen wurde. Der Grubenbetrieb wurde erst 1891, nachdem die länger anhaltenden Absatzprobleme nicht mehr zu lösen waren, eingestellt. Die Betriebsgebäude wurden 1893 nach Müsen umgesetzt. Pro Jahr waren hier bis zu 16.000 t Spateisenstein und 161 t Kupfererze gefördert worden, insgesamt dürfte die Grube etwas 313.000 t Erz geliefert haben. Die „Grube Stahlberg“ übernahm die „Brüche“ und verpachtete sie in den Jahren 1923 – 1925 (Steiger Baldus) und 1934 – 1941 (Familie Rompf)  an Privatleute. Endgültig verschlossen wurde der „Tiefe Stollen“ dann um 1950.

Markanteste Denkmale der „Brüche“ sind die drei übereinander liegenden Stollenmundlöcher, darunter das liebevoll restaurierte des „Tiefen Stollens“, sowie die großen Brücher Pingen-Einfälle auf der Martinshardt. Die ursprünglich 40 Meter tiefen Tagebaue wurden 1964 zugesprengt.