Kredenbach

Historie:

Die Gemeinde Kredenbach ist aus Einzelhöfen in den Ortsteilen Lohe und Kredenbach und dem Wüstehof entstanden. Im Jahre 1314 wird als Zeuge Everart der Dove van dem Loe genannt und in einer Wittumsverschreibung von 1340 erscheinen der Hof zu Kredenbach und das Haus zu dem Lohe. Das Herbstschatzungsregister von 1461 verzeichnet für Kredenbach und den Wüstehof, die ursprünglich zum Kirchspiel Netphen gehörten und erst 1623 an Ferndorf gelangten, 2 schatzungspflichtige Personen. Lohe hatte seit jeher zum Gericht und Kirchspiel Ferndorf gehört. Besitzer der alten Höfe waren die Herren Daube von Selbach, mit Sitz in der Wasserburg zu Lohe, wo sie spätestens seit 1461 auch eine Hütte betrieben. Etwa 1634 brannte der Wüstehof ab und wurde auch nicht wieder aufgebaut. Nach dem Aussterben der Herren von Selbach zog der Fürst von Nassau den Wüstehof und Lohe ein. Nachdem die Grundstücke des Wüstehofs und des Aher Hofs 1711 durch Kauf und das Vorwerk Lohe durch Verlehnung an Einwohner aus Kredenbach und anderen Ortschaften übergegangen waren, wurde das Haus Lohe 1819 erbeigentümlich an die Gemeinden Ferndorf, Kredenbach und Müsen verkauft. Im Jahre 1856 erwarb der "Bergwerks-Aktien-Verein Cöln-Müsen" die Loher Hütte, legte sie aber bereits 1861 still. Das Gelände diente von 1894 bis 1950 der "Hiag" - später Degussa - als Werk zur Herstellung von Essigessenz, Holzgeist und Holzkohle. Die ehemaligen Loher Hütten- und Hammerwerke, eine Stahlhütte ist schon 1489 benannt, waren auch außerhalb des Siegerlandes bekannt. 1834 wurde hier einer der ersten deutschen mit Koks befeuerten Hochöfen in Betrieb genommen. Heute beheimatet Kredenbach namhafte Betriebe der Eisenverarbeitung, des Werkzeugbaus und der Automotive-Industrie.
(Quellen: Stadtarchiv Kreuztal; Werner Wied, Kreuztal - Junge Stadt am Kindelsberg, 1969)

Wappen:

Foto: Wappen Kredenbach

Auf goldenem Grund verläuft von links oben nach rechts unten ein Schrägbalken aus drei schwarzen Rauten - das Zeichen der Ritter von Selbach-Lohe. Im linken freien Feld liegt das Hifthorn, das alle Gemeinden des alten Amtes im Wappen führen.

Geographie:

Fläche: 5,2 qkm
Länge der Stadtteilgrenze: 14,5 km
Nord-Süd-Durchmesser: 4,1 km
Ost-West-Durchmesser: 3,5 km

Verkehrslage:

Kredenbach liegt an der Bahnstrecke Marburg-Siegen, die B508 (Marburger Straße) ist Hauptverkehrsader und Verbindung zum Hilchenbacher Stadtteil Dahlbruch. Über die L729 (Kredenbacher Straße) erreicht man Unglinghausen (Stadt Netphen).

In Kredenbach

befindet sich die Bernhard-Weiß-Klinik.
Ab der Saison 2008 ist das Naturfreibad Kredenbach wieder für Wasserratten geöffnet.