Geschichte

Ursprünge und Stadtentwicklung

Foto: Kirchturm der Kirche in Ferndorf

Kirchturm in Ferndorf

"Berentraph", das heutige Ferndorf und vor der Stadtwerdung Namensgeberin der Amtsverwaltung, ist einer der am frühesten urkundlich belegten Siegerländer Orte. So stammt die erste Nachricht aus dem Jahre 1067. Bereits im ältesten Siegener Renteibuch erscheinen die Kirchspiele Ferndorf und Krombach als untere Steuerbezirke, also als Verwaltungseinheiten; sie werden von nun an immer häufiger Amt und Gericht genannt. In dieser Siegener Renteirechung von 1417/19 erscheint auch erstmals das alte "Erinstorff", das heutige Ernsdorf, Ursprung der Gemeinde Kreuztal. Zur Rheinbundzeit war Ernsdorf Sitz des Bürgermeisters, bis schließlich und endgültig Kreuztal Verwaltungsmittelpunkt wurde.

Wo einst die Fellinghausener und Ernsdorfer Gemarkung an der Kreuzung der damaligen Wittgensteiner Straße mit der alten Chaussee ins Kölnische zusammenstießen, war um 1830 ein Verkehrsmittelpunkt entstanden, welcher in zunehmendem Maße auch Industrie anzog.

Das Zentrum der heutigen Stadt wurde 1826 im Taufbuch der Kirchengemeinde Ferndorf erstmals als "Kreuzthal" bezeichnet.

Fachwerkhaus in Mittelhees

Neun Jahre später gab es schon eine über Kreuztal verkehrende Personenpost. Den entscheidenden Anstoß für seine Entwicklung erhielt der Ort jedoch durch den Bau der Eisenbahn. So wurde 1861 die Ruhr-Sieg-Strecke eröffnet und von 1880 bis 1888 stufenweise die Nebenstrecke Erndtebrück-Laasphe-Marburg ausgebaut. Kreuztal war Bahnknotenpunkt geworden und die nun folgende starke wirtschaftliche Entwicklung führte - gemeinsam mit der zentralen Verkehrslage und dem Sitz der Amtsverwaltung (seit 1815) - wohl zu der Konsequenz, dass dieser jüngste aller Stadtteile der neugebildeten Stadt Kreuztal ihren Namen gab.

Auf das Gebiet der heutigen Stadt Kreuztal übten über viele Jahrhunderte hinweg die Grafen von Nassau die Landeshoheit aus, wobei sie sich häufig der Eingriffe der Erzbischöfe von Köln zu erwehren hatten. Die Grundherrschaft teilten sie sich mit vier Adelsgeschlechtern, den Rittern von der Hees, den Herren von Burgholdighausen, den Rittern von Seelbach, genannt Daube zu Lohe, und den Wischel zu Langenau. Sie arrangierten sich mit den Grafen von Nassau und dienten diesen als Vögte, Amtmänner und Geldverleiher.

Entwicklung der Industrie

Bedingt durch den sich entwickelnden Erzbergbau sowie die Eisenverhüttung - Bereiche, in denen sich auch die Adelsgeschlechter betätigten - trat in den Dörfern an Kindelsberg und Martinshardt neben das bäuerliche das gewerbliche Element. Bergbau, Erzverhüttung und -verarbeitung spielten fortan eine große Rolle. Dies befreite zumindest einen Teil der Bewohner aus einseitigen grundherrlichen Bindungen und war ein wesentlicher Antrieb für das Wachstum und die Entwicklung der Dörfer.

Nachdem die Adelsgeschlechter im hiesigen Raum immer mehr an Einfluss verloren, ging der überwiegende Teil ihrer Besitzungen an die Naussauischen Landesherren über. Im 18. Jahrhundert fiel das Fürstentum Nassau-Siegen zurück an das Haus Nassau-Oranien und wurde schließlich unter Napoleon 1806 dem Großherzogtum Berg zugeteilt. Als Folge der Neuordnung der staatlichen Verhältnisse in Deutschland durch den Wiener Kongress wurde 1815 das Siegerland dem Regierungsbezirk Arnsberg in der Provinz Westfalen im Königreich Preußen unterstellt.

Im 17. und 18. Jahrhundert erreichte der Littfelder Bergbau als Grundlage der alten Siegerländer Wirtschaft seine höchste Blüte, bis dieser mit der Schließung der letzten Grube im Jahre 1927 gänzlich erlosch.

Neben der noch heute dominierenden Eisen-, Stahl- und Metallindustrie hat sich die Krombacher Brauerei als eine der modernsten Brauereien Europas mit ihren Braustätten in Krombach und Eichen zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt.
Der wirtschaftliche Aufschwung in der Stadt hat seine Begründung aber auch in einer aktiven und vorrausschauenden Wirtschaftsförderungspolitik, die bereits seit vielen Jahren betrieben wird.
Als Grundlage hierfür dienen die Neuausweisung von Gewerbe- und Industriegebieten, vor allem im Industriepark Ferndorftal und im Gewerbegebiet Littfetal, die Zurückgewinnung alter Industrieflächen und -brachen sowie die Betreuung der ortsansässigen Unternehmen.

Kreuztal heute

Foto: Belebter Marktplatz in Kreuztal

Marktplatz in Kreuztal

In der Zeit ihres Bestehens ist es der Stadt Kreuztal gelungen, den Begriff "Stadt" mit Leben zu füllen und das Wachsen einer echten Bürgergesinnung zu fördern, so dass ein modernes Gemeinwesen entstehen konnte, das seinen Einwohnerinnen und Einwohnern neben einem hohen Wohn- und Freizeitwert vorzügliche Erwerbsmöglichkeiten zu bieten hat.

Durch die Einrichtung des Bürger- und Kulturzentrums "Dreslers Park" mit Bibliothek und Stadtarchiv wurden die Rahmenbedingung des kulturellen Lebens weiter verbessert. Zahlreiche Veranstaltungen aus der vielseitigen Palette von Kunst,- Musik,- Theater,- Kabarett- und Kleinkunstprogrammen werden durch die kulturtreibenden Vereine und das städtische Kulturmanagement angeboten. Einige Veranstaltungsreihen haben großes Interesse in der gesamten Region und auch darüber hinaus gefunden. Dazu kommen die attraktiven Angebote der zahlreichen Vereine und die Möglichkeiten zu Sport- und Freizeitaktivitäten der unterschiedlichen Sparten. Ein 18-Loch-Golfplatz im Heestal rundet das vielfältige wie tradionelle Betätigungsfeld ab.