Konrad-Kaletsch-Stiftung

Stiftungsgründung 1976

Die Konrad-Kaletsch-Stiftung wurde am 08.06.1976 errichtet. Stiftungsgründer war der Ehrenbürger der Stadt Kreuztal, Konrad Kaletsch. Der Stiftungsakt war Ausdruck der Verbundenheit Konrad Kaletschs zu seiner Heimatstadt und sein Wunsch, hier vor Ort in Kreuztal das kulturelle und soziale Engagement nachhaltig zu fördern. Insbesondere die Bedürfnisse älterer Menschen sollten durch Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, durch Begegnung im Alltag und durch Unterstützung und Betreuung im Alter und bei Krankheit im Mittelpunkt stehen. Den Grundstock des Stiftungskapitals bildete einer Spende von 300.000 DM aus Kaletschs Privatvermögen. Im Laufe der Jahre stockte er das Kapital durch weitere Zuwendungen und von ihm veranlasste Zustiftungen auf. Für die Erfüllung des Stiftungszweckes werden ausschließlich die Zinserträge aus der Anlegung des Stiftungskapitals verwendet.

 

Stiftungsgründer Konrad Kaletsch

Konrad Kaletsch entstammt einer alten böhmischen Familie, die in den Wirren des 30jährigen Krieges (1618-1648) aus ihrer Heimat vertrieben und sich zunächst in der Nähe von Marburg (Hessen) niederließ. Der Urgroßvater Conrad Kaletsch (1795-1863) war Postknecht auf der Strecke Marburg-Siegen. Er erwarb 1847 ein Grundstück an der alten Kreuzung in Kreuztal und betrieb dort gegenüber der damaligen Posthalterei eine Gaststätte mit Pferdewechsel-Station, den damaligen Kaletschhof, später Kreuztaler Hof.

Sein Sohn Conrad jun. (1840-1907) übernahm 1863 den Gasthof, baute das Haus aus und erweiterte den Betrieb um eine Bäckerei und einen Kolonialwarenladen. Der Gasthof entwickelte sich zu einer beliebten Haltestation für reisende Kaufleute und Fuhrbetriebe und zum Treffpunkt im Mittelpunkt des Ortes. Im Alter übergab Conrad jun. den Kaletschhof an seine Nachkommen, darunter Albert Kaletsch.

Albert Kaletsch (1867-1927 heiratete Wilhelmine Flick aus Ernsdorf, verzog später von hier nach Kassel und betrieb dort das „Café Kaletsch“. Später arbeitete er als Kaufmann für die bekannte Firma Buderus. Aus der Ehe von Albert und Wilhelmine Kaletsch geht der Stiftungsgründer Konrad Kaletsch hervor.

Konrad Kaletsch (1898-1978) wurde in Kassel geboren und verbrachte dort seine Kindheit und Jugend. Nach Kreuztal bestanden enge familiäre Verbindungen, insbesondere zu seiner hier lebenden Großmutter Henriette und zu seinem Vetter Friedrich Flick, der später zu einem der mächtigsten und reichsten Industrieführer in Deutschland aufsteigen sollte.

Zwischen diesen beiden entstand schon in jungen Jahren eine enge Verbindung, die über das rein Familiäre hinausging und ein Leben lang anhalten sollte. Schon während seines Studiums trat Konrad Kaletsch in die von Friedrich Flick geführte Charlottenhütte in Niederschelden ein und wurde 1924 in die Konzernzentrale in Berlin berufen. Als engster Mitarbeiter und Vertrauter des erfolgreichen Unternehmers hat er die Geschicke der Firmengruppe durch alle Erfolgs- und Krisenzeiten maßgeblich mitgestaltet.

Für seine großen Verdienste um die deutsche Wirtschaft wurde Konrad Kaletsch 1965 mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die Stadt Kreuztal verlieh ihm im Jahre 1975 als Dank und als Anerkennung für seine hervorragenden und bleibenden Verdienste um die Belange der Stadt Kreuztal und ihrer Bevölkerung das Ehrenbürgerrecht.

Konrad Kaletsch verstarb im Jahre 1978 im Alter von 80 Jahren und fand seine letzte Ruhe auf dem Kreuztaler Friedhof.

Neben seiner unermüdlichen beruflichen Schaffenskraft fand Konrad Kaletsch immer Zeit, sich kulturellen und wissenschaftlichen Anliegen und Vorhaben zu widmen. Seine Fürsorge galt in besonderem Maße den älteren Menschen sowie den Hinterbliebenen verstorbener Mitarbeiter. Ungezählten Menschen hat er ohne viel Aufhebens geholfen, ihnen Arbeit verschafft und sie oder ihre Familien bei Krankheit und Tod unterstützt.

 

Stiftungssatzung: Aufgabe und Zweck der Stiftung

Das bei Stiftungsgründung ursprünglich verfolgte Ziel, ein eigenes Haus als Begegnungsstätte zu unterhalten, konnte leider nicht verwirklicht werden, da ein geeignetes Objekt zunächst nicht zur Verfügung stand.

Allen an der Stiftung interessierten Personen sowie dem Sohn des Stiftungsgründers selbst schien es denn auch sinnvoller, das Stiftungsvermögen nicht in ein Gebäude zu investieren, sondern die bereits bestehenden zahlreichen und vielfältigen Initiativen, Gruppierungen, Vereine und Gemeinschaften durch Zuwendungen zu fördern und ihnen Impulse für die Seniorenarbeit und für das kulturelle Geschehen zu geben. Das Bauprojekt wurde deshalb im Jahre 1982 endgültig aufgegeben.

Eine Satzungsänderung machte den Weg frei für die Arbeit der Stiftung im Sinne des neuen Stiftungszweckes.

 

"Aufgabe der Stiftung ist es, in der Stadt Kreuztal die kulturellen

Bestrebungen zu unterstützen. Dabei sollen vor allem die Belange

älterer Menschen Berücksichtigung finden. Besonders ihnen sollen

Freude und Anregungen geschenkt werden".


Den vollständigen Satzungstext finden Sie hier.

Begegnung und Kommunikation, Integration und Dabeisein, Hilfe im Alter, bei Krankheit und körperlichen Gebrechen, Teilhabe, Miterleben und Mitgestalten kultureller und unterhaltender Darbietungen sind die vornehmlichen Aufgaben und Ziele, denen sich die Konrad-Kaletsch-Stiftung seitdem verschrieben hat.

 

Entwicklung der Stiftung

Nach dem Tode von Konrad Kaletsch im Jahre 1978 war es seinem Sohn, dem 1927 in Berlin geborenen und seit 1956 in den USA lebenden Geschäftsmann Dr. h.c. Otto Albert Kaletsch Verpflichtung, Aufgabe, aber auch eine große Freude, an der Gestaltung und laufenden Arbeit der Stiftung mit zu wirken, das Vermächtnis seines Vaters in Erinnerung zu halten und mit Leben zu erfüllen.

Auf Wunsch seines Vaters, aber auch aus Überzeugung und mit Begeisterung folgte er als Ehrenvorsitzender in den Stiftungsvorstand. Maximen seines Denkens und Handelns waren die gleichen Überzeugungen und Charaktereigenschaften, die bereits seinen Vater auszeichneten. Auf diese Weise sorgte er für Kontinuität der Stiftungsarbeit auch von Seiten der Familie des Stiftungsgründers.

Für sein Engagement in gemeinnützigen Angelegenheiten und für seine Verdienste um die Förderung der deutsch-amerikanischen Beziehungen wurde O.A. Kaletsch im Jahre 1987 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sein Engagement und die Verdienste um den Austausch und die Begegnung junger Menschen aus Europa und Amerika wurden 1996 durch Verleihung des Ehrendoktortitels "h.c." gewürdigt.

Die Stadt Kreuztal würdigte die Verdienste von O.A. Kaletsch um die Fortführung und Belebung der vom Vater gegründeten Stiftung im Jahre 2002 durch die Verleihung des Ehrenringes der Stadt Kreuztal.

Seit seiner Berufung in den Stiftungsvorstand im Jahre 1978 hatte hat O.A. Kaletsch kaum eine der fast 60 Vorstandssitzungen versäumt. Durch seine aktive Teilnahme, meist mit seiner Ehefrau Nina von seinem Hauptwohnsitz in West Cornwall aus den USA anreisend, pflegte er den Gedankenaustausch mit den Entscheidungsträgern der Stiftung. Auf diese Weise trug er zur ständigen Abstimmung der Förderziele im Sinne seines Vaters bei und gab der Stiftung durch Rückbesinnung auf die Leitgedanken und Ideale seines Vaters immer wieder wertvolle Impulse.

Im Jahre 2009, inzwischen 82 Jahre alt, legte O.A. Kaletsch den Ehrenvorsitz nieder. Auf seine Empfehlung wählte der Stiftungsvorstand seine damals auf Mallorca und jetzt ebenfalls in den USA lebende Tochter Tatiana Kaletsch zu seiner Nachfolgerin. Im Mai 2015 ist Otto A. Kaletsch, der bis zuletzt großen Anteil am Stiftungsgeschehen nahm, im Alter von 87 Jahren verstorben. Pressemitteilung zum Tod von Otto A. Kaletsch

Tatiana Kaletsch führt die Tradition der familiären Verbundenheit zur Stiftung ganz im Sinne des Vaters fort und nimmt, wenn eben möglich, an den Vorstandssitzungen teil.

 

Das Stiftungskapital

Bei Gründung der Stiftung im Jahre 1976 belief sich das Stiftungskapital auf die von Konrad Kaletsch bereitgestellte Spende von 300.000 DM. Durch die von ihm testamentarisch verfügten „Kranzspenden aus Anlass seines Todes“ im Jahre 1978 erhöhte es sich um 151.000 DM auf 451.000 DM, durch einen Spendenaufruf seines Sohnes O.A. Kaletsch zum 10. Todestag des Stiftungsgründers im Jahre 1988 um weitere 90.200 DM auf 541.200 DM.

In der Folgezeit hatte sich in besonderer Weise O.A. Kaletsch um die weitere Vermehrung des Stiftungskapitals verdient gemacht. Durch zahlreiche Spenden der Familie Kaletsch, deren Freundeskreis, von Geschäftsfreunden und auch von Kreuztaler Bürgern und Firmen hatte sich das Stiftungskapital zum Jahresende 2001 auf 643.300 DM (330.020 Euro) mehr als verdoppelt. Weitere Spenden und Zustiftungen folgten. Erst kürzlich erhöhte sich das Stiftungskapital durch eine größere Spende von Otto A. Kaletsch auf nunmehr rd. 374.000 Euro (Stand: November 2014, Pressemitteilung). Im Jahr 2015 wurde anlässlich einer Vereinsauflösung eine weitere Zustiftung in Höhe von rd. 8.448 Euro zugunsten der Konrad-Kaletsch-Stiftung vorgenommen. Hinzu kommt eine Nachhaltigkeitsrücklage aus ange-sammelten Zinserträgen in Höhe von 50.000 Euro. Zur Zeit beläuft sich das Stiftungsvermögen auf rd. 441.000 Euro.

 

Wie arbeitet die Stiftung?

Für die Stiftung handeln als Organe der Stiftungsvorstand und der die Geschäftsführerin / Geschäftsführer. Der Stiftungsvorstand besteht aus dem / der Vorsitzenden und zehn weiteren Mitgliedern, die durch den Rat der Stadt Kreuztal berufen werden. Vorsitzende(r) des Stiftungsvorstandes ist die jeweilige Bürgermeisterin/ der jeweilige Bürgermeister der Stadt Kreuztal.

 

Zusammensetzung des Vorstandes (Stand: Mai 2017):

Vorsitzender: Bürgermeister Kiß, Walter
Mitglieder: Denker, Heinz-Werner
Dippel, Eckhard
Fleschenberg, Karl
Gebauer, Dieter
Kordes, Karin
Kurth, Karin
Menzler-Hirsch, Claudia
Merten, Ingeborg
Müller, Werner
Wittsieker, Arnfred
beratend: Großmann, Fritz
Stellvertreter: Albertin, Manfred - für den Seniorenbeirat der Stadt Kreuztal
Kaletsch, Tatiana - Ehrenvorsitzende
Der Vorstand überwacht und kontrolliert die Geschäftsführerin / den Geschäftsführer, entscheidet über die Verwendung des Stiftungsvermögens und seiner Erträge, setzt den Haushaltsplan fest und beschließt den Jahresabschluss. Pro Jahr finden zwei Sitzungen des Vorstandes statt, an denen in der Regel auch die / der Ehrenvorsitzende teilnimmt. In diesen Sitzungen wird über alle Förderanträge entschieden. Die Sitzungen sind nichtöffentlich und die Beratungen und Entscheidungen unterliegen der Geheimhaltungspflicht.


Geschäftsführer/in ist der/die jeweils zuständige fachliche Dezernent/in. Er/Sie führt die laufenden Geschäfte der Stiftung und macht Vorschläge zur Anlegung und Verwaltung des Stiftungskapitals.  Der/die Geschäftsführer/in wird vertreten durch den/die Leiter/in des mit der Geschäftsführung beauftragten Fachamtes.

Geschäftsführerin: Frau Edelgard Blümel (Stadträtin)
Vertreter: Wurmbach, Michael (Amtsleiter)

Die Sachbearbeitung liegt beim Amt für Schulen/Kindergärten/Sport der Stadt Kreuztal, dessen Büros sich in der Zweigstelle Siegener Straße 18 befinden. Dort können Förderanträge eingereicht werden; hier werden auch die Zuschussbescheide herausgegeben und die Abrechnungen geprüft.

Sachbearbeitung: Heimann, Ulrike (Stadtangestellte)
Geschäftsstelle: Die Geschäftsstelle finden sie hier.

Was fördert die Stiftung?

Zur Erfüllung des Stiftungszweckes im Sinne der Satzung hat der Stiftungsvorstand „Richtlinien“ Richtlinien für die Förderung durch die Konrad-Kaletsch-Stiftung beschlossen.

Nach diesen Richtlinien sind förderungswürdige Veranstaltungen insbesondere:

... Seniorenfeiern, Seniorenfahrten, Seniorennachmittage - , Ausstellungen, Dichterlesungen, Konzerte, Rezitationsveranstaltungen, Theater- und Musikaufführungen, Vorträge und ähnliches.

Gefördert werden können auch Hilfsmittel oder Ähnliches für die Vereinsarbeit zugunsten von Seniorinnen und Senioren, sofern diese auf die Zielgruppe älterer Menschen abgestimmt sind. Ebenfalls können Projekte und Innovative Angebote sowie die Teilhabe von Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund gefördert werden. Über eine Zuschussbewilligung wird im Einzelfall durch den Stiftungsvorstand entschieden.

Voraussetzung für eine Förderung ist, dass der Antragsteller als gemeinnützig anerkannt ist und die Maßnahme, die gefördert werden soll, gemeinnützigen Zwecken dient.

 

Übersicht über Fördermaßnahmen seit 1976

Seit ihrer Gründung im Jahre 1976 hat die Stiftung rd. 711.181 Euro an Fördergeldern bewilligt und ausgezahlt. In den inzwischen 76 Vorstandssitzungen wurden bewilligt und ausgezahlt:

 

Für …

Fördersummen in Euro

915 Seniorenfeiern

161.243 Euro

775 Seniorenfahrten

115.780 Euro

68 Sachanschaffungen

142.675 Euro

31 Kulturveranstaltungen

29.019 Euro

628 Projekte in der Seniorenbetreuung

230.939 Euro

22 sonstige Förderungen

31.225 Euro

Gesamtförderung:

711.181 Euro

Stand: 24.05.2017

 

Zustiftungen / Spenden/ Förderanträge/Sonstiges

Weitere Zustiftungen zum Stiftungskapital aus der Kreuztaler Bevölkerung und von Industrie, Handel und Gewerbe, sind erwünscht und zur Sicherung der Nachhaltigkeit der Stiftungsarbeit willkommen. Nähere Auskunft hierzu erteilt gerne die Geschäftsstelle.

Spenden an die Konrad-Kaletsch-Stiftung sind jederzeit möglich. Sie werden dem Zinsertrag zugeschlagen und umgehend im Sinne des Stiftungszweckes verwendet.

Bankverbindung:

Stadtkasse Kreuztal,  Kennwort „Konrad-Kaletsch-Stiftung“ bei der Sparkasse Siegen

IBAN: DE38460500010010005064, BIC: WELADED1SIE

Förderanträge müssen schriftlich unter Verwendung des Antragsformulars bei der Geschäftsstelle eingereicht werden. Im Förderantrag muss der Antragsteller benannt und die Gemeinnützigkeit bestätigt, ggf. auch nachgewiesen werden. Die Maßnahme, für die der Zuschussantrag gestellt wird, muss konkret bezeichnet und beschrieben werden. Anzugeben sind auch Tag oder Dauer der Veranstaltung, die voraussichtliche Teilnehmerzahl, die geschätzten Kosten und die erwarteten Einnahmen (z.B. Teilnehmerbeiträge). Der Antrag muss vor Durchführung der Veranstaltung/ Maßnahme gestellt werden und nach Durchführung muss eine Abrechnung mit Belegen vorgelegt werden. Es wird erwartet und ist Förderungsbedingung, dass der Antragsteller bei seiner Maßnahme die Teilnehmer in geeigneter Weise  auf die Förderung durch die Stiftung hinweist.

 

Aktuelles

Obwohl die Konrad-Kaletsch-Stiftung schon seit 30 Jahren besteht und inzwischen mehr als eine halbe Millionen Euro zweckgebundene Fördergelder für die Seniorenarbeit in Kreuztal an Vereine, Verbände, Kirchengemeinden, Seniorenclubs, AWO, Caritas, Frauenhilfe, Diakonie und auch an die Frühstückstreffs ausgeschüttet hat, ist die Stiftung offenbar nach wie vor in weiten Kreisen der Bevölkerung, namentlich auch bei unseren Seniorinnen und Senioren, noch wenig bekannt.

Alle antragstellenden Vereine und Gruppen werden deshalb gebeten und sind aufgefordert, bei passender Gelegenheit und insbesondere bei den geförderten Fahrten, Feiern und Besuchen die teilnehmenden oder besuchten Seniorinnen und Senioren auf die Förderung und finanzielle Unterstützung durch die Konrad-Kaletsch-Stiftung und deren Arbeit hinzuweisen.